Wahltarife der Gesetzlichen Krankenkassen haben nur wenig bis mäßigen Erfolg

Seit der Einführung des Gesundheitsfonds haben Gesetzliche Krankenkassen die Möglichkeit, Ihren Versicherten einen Wahltarif anzubieten. Bei diesem Wahltarif handelt es sich um zusätzliche Leistungspakete, welche die Krankenkasse Ihren Versicherten anbietet. Dabei unterscheiden sich die Angebote der Wahltarife erheblich voneinander und bringen Versicherten mehr oder weniger Vorteile. Ein beliebter Wahltarif bei den Gesetzlichen Krankenkassen besteht in der Rückzahlung von  Prämien. Entscheiden sich Versicherte für einen entsprechenden Wahltarif, erhalten Sie maximal einen Monatsbeitrag von der Kasse zurück, solange Versicherte in einem ganzen Jahr leistungsfrei bleiben. Es gibt aber auch andere Wahltarife. Hier haben die Kassen relativ viel Spielraum.
Auch wenn die Gesetzliche Krankenkassen sich mit Hilfe eines Wahltarifs die Möglichkeit erhalten sollen, sich von anderen Kassen abzuheben. So erfreuen sich die Versicherten nur wenig über die Wahltarife.

 

Wahltarife der Gesetzlichen Krankenkassen mit nur wenig Erfolg

Der Hintergrund der Wahltarife war durchaus sinnvoll. So sollten die Gesetzlichen Krankenkassen ein Instrument an die Hand bekommen, um Ihren Versicherten mehr Leistung zu bieten und sich folglich Vorteile gegenüber anderen Kassen und Privaten Krankenversicherungen zu verschaffen. Insbesondere für Gutverdienende Versicherte sollten durch einen Wahltarif an die Gesetzlichen Kassen gebunden werden. Immerhin könnten viele Gutverdienende ohne weiteres in eine Private Krankenversicherung wechseln könnten. Ein großer Nachteil für die Krankenkassen, da diesen dann die (hohen!) Beitragszahlungen der Gutverdienenden verlieren würden. Durch einen Wahltarif konnten sich die Krankenkassen teilweise besser gegenüber den Privaten Krankenversicherer aufstellen. Die Techniker Krankenkasse bot Ihren Versicherten zum Beispiel den Wahltarif „TK-Privat-Praxis“ an. Bei diesem Tarif mussten die Versicherten die Arztrechnungen erst einmal selbst bezahlen und erhielten dann die Rechnungsbeträge von der Krankenkasse zurückerstattet (bis zu 3,5 fachen Satz der GOÄ). Ein Tarif welcher Kassen Patienten im Grunde zum Privatpatient machte – ideal um die Gutverdienenden Versicherten an die Kasse zu binden. Doch dieser Wahltarif rechnete sich für die Techniker nicht, weshalb dieser eingestellt wurde.

Der Erfolg der Wahltarife darf durchaus bezweifelt werden. Bei der Techniker Krankenkasse beispielsweise haben sich gerade einmal 65.000 Versicherte für einen Wahltarif entschieden – und das bei 7,5 Millionen Versicherten. Mit anderen Worten  0,86% der TK Versicherten wollten einen Wahltarif abschließen.

Diesen wenigen Zuspruch bei den Versicherten merken natürlich auch die Gesetzlichen Krankenkassen. Und diese reagieren; indem Sie keine neuen Wahltarife mehr auflegen. Laut einer Umfrage von Welt Online und dem BKK Bundesverband, wollen 126 Betriebskrankenkassen in nächster Zeit keinen neuen Wahltarif veröffentlichen. Lediglich die Techniker Krankenkasse und die BKK Verkehrsbau Union arbeiten an neuen Wahltarifen. Nicht gerade viel.

 

Unattraktive Wahltarife der Kassen

Grund für den geringen Anklang bei den Versicherten der Gesetzlichen Krankenkassen besteht wohl in der Attraktivität der Wahltarife. Ein großer Nachteil sei beispielsweise die automatisch verlängerte Bindung der Kunden an die jeweilige Kasse. Entscheidet sich ein Versicherte für einen Wahltarif, muss er mindestens 3 Jahre bei der entsprechenden Kasse bleiben. Selbst wenn diese einen Zusatzbeitrag erhebt, haben Versicherte in einem Wahltarif kein Sonderkündigungsrecht. Ein deutlicher Nachteil für die Versicherten.

Auch bei den Leistungen können manche Wahltarife viele Versicherte gar nicht ansprechen. Interessant sind zum Beispiel die Wahltarif mit Beitragsrückerstattung, wenn Versicherte ein ganzes Jahr leistungsfrei bleiben. Doch diese Tarife richten sich ganz klar an junge und gesunde Versicherte. Viele Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung sind aber schon etwas älter und benötigen ab und zu einmal, die Konsultation mit einem Arzt. Also sind solche Wahltarife für viele Versicherte schlichtweg unattraktiv.

 

 

Im Grunde sind die Wahltarife der Gesetzlichen Krankenkassen gar nicht mal so schlecht, auch für die Versicherten nicht. Nur die Kassen sollten vielleicht den Fokus Ihrer Wahltarife nicht unbedingt auf die gesunden Versicherten setzen, sondern auf die gesamte Versichertengemeinschaft. Viele Versicherte wünschen sich bei der Auswahl der Behandlung mehr Mitspracherecht. Würde dies ein Wahltarif unterstützen, könnte dies erstens die Versicherten mehr ansprechen. Und außerdem sorgt mehr Mitspracherecht bei den Versicherten auch gleichzeitig für mehr Eigenverantwortung. Dies könnte auch der Versichertengemeinschaft zu Gute kommen, da so ein sinnvollerer Umgang der Krankenversicherung gefördert wird.

 

 

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