Versicherte der Gesetzlichen Krankenkassen müssen mit höheren Zusatzbeiträgen in 2011 rechnen

In den letzten Wochen mussten die Versicherten der Gesetzlichen Krankenkasse ein unschönes „Brainstorming“ über die Lösung der Finanzierung der Kassen ertragen. Nach dem zusammenlaufen mehrere Ideen über die Finanzierung, hat sich die Bundesregierung nun dazu entschlossen, den Krankenversicherungsbeitrag anzuheben. Dabei steigt der Versicherungsbeitrag von den aktuellen 14,9% auf 15,5% (wie berichtet: Krankenkassenbeitrag Erhähung auf 15,5%). Auch wenn dies schon eine Beitragserhöhung von schnell 45 Euro im Monat umfassen kann, ist es noch ungewiss ob dies zur vollständigen Finanzierung der Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung ausreicht. Daher dürfen die Krankenkassen auch in Zukunft noch Zusatzbeiträge erheben – und genau hier müssen Versicherte mit noch deutlich höheren Zusatzbeiträgen ab 2011 rechnen.

 

Möglicherweise höhere Zusatzbeiträge ab 2011

Jede Gesetzliche Krankenkasse in Deutschland kann von Ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag einfordern, wenn die aktuellen Mittel nicht ausreichen um die tatsächlichen Ausgaben der Kassen zu bezahlen. Aktuell dürfen die Gesetzlichen Krankenkassen einen Zusatzbeitrag von pauschal 8 Euro im Monat, zusätzlich von Ihren Versicherten einfordern. Führt eine Krankenkasse eine Einkommensprüfung durch so darf der Zusatzbeitrag bis zu 1% des Einkommens umfassen (maximal bis zur Beitragsbemessungsgrundlage von 3750€ im Monat, entspricht einem maximalen Zusatzbeitrag von 37,50 Euro).

Das Gesundheitsministerium hat nun Pläne veröffentlich welche einen Zusatzbeitrag von bis zu 2% des Einkommens umfassen dürfen. Außerdem soll die Begrenzung auf die Beitragsbemessungsgrundlage entfallen. So soll es den Krankenkassen ermöglicht werden bis zu 2% des Einkommens Ihrer Versicherten einzufordern, egal wie hoch das Einkommen des Versicherten liegt. Verdient ein Versicherter beispielsweise 4000€, dürfte die Krankenkasse eine Zusatzbeitrag von 80 Euro verlangen. Den höheren Zusatzbeitrag sollen die Krankenkassen ab 2011 von Ihren Versicherten erheben dürfen.

 

Sonderkündigungsrecht bei Erhebung eines Zusatzbeitrags

Versicherten wird noch eine Möglichkeit an die Hand gegeben um sich gegen einen Zusatzbeitrag Ihrer Krankenkasse „zu wehren“. Erhebt eine Krankenkasse einen Zusatzbeitrag, besitzen Versicherte ein Sonderkündigungsrecht – egal wie lange Sie schon bei dieser Kasse sind. Die 18 Monte Bindungsfrist entfällt bei Erhebung des Zusatzbeitrags. Hier müssen Versicherte allerdings schnell reagieren. Sobald die Krankenkasse Ihre Versicherten über den Zusatzbeitrag informiert, sollte am besten auch schon direkt eine Kündigung erfolgen. Diese wird im Übrigen auch bei Aufnahmeantrag bei der neuen Krankenkasse benötigt. Ein Wechsel der Kasse ist aber erst zum übernächsten Monat möglich. Auf Grund der Kündigung müssen Versicherte aber trotzdem in dieser Zeit keine Zusatzbeiträge bezahlen.
Haben sich Versicherte allerdings für einen Wahltarif bei Ihrer Kasse entschieden, entfällt leider das Sonderkündigungsrecht bei Erhebung des Zusatzbeitrags. Leider müssen die Versicherten mit Wahltarif den Zusatzbeitrag bezahlen.

 

 

Das Bundesministerium für Gesundheit verkauft den höheren Zusatzbeitrag mit der Stärkung des Wettbewerbs. So sollen die Krankenkassen über die Zusatzbeiträge im Wettbewerb stehen und neue Versicherte dadurch gewinnen, dass Sie eben keinen Zusatzbeitrag erhebt. Es mag wohl durchaus sein, dass die Zusatzbeiträge den Wettbewerb ein wenig ankurbeln können. Aber das haben auch schon die aktuellen Zusatzbeiträge (viele Krankenkassen die keinen Zusatzbeitrag erhoben haben, werben damit auch jetzt schon sehr offensiv – z.B. die Big Direkt Krankenkasse). Das jetzt die Gesetzlichen Krankenkassen noch höhere Zusatzbeiträge nehmen dürfen, ist einzig und alleine ein Instrument die Versicherten noch stärker zur Kasse bitten zu können – da jetzt die Obergrenze für die 2% des Einkommens wegfällt. Die Betonung liegt aber auf „können“, da keine Krankenkasse den Zusatzbeitrag erheben muss.

 

 

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