Sparkassen dürfen aktuell Kreditkarten von Direktbanken für Ihre Geldautomaten sperren

Nach einer aktuellen Entscheidung des Landgerichts München, darf eine bayrische Sparkasse weiterhin Ihren Geldautomaten für Kreditkarten von bestimmten Direktbanken sperren. Die Richter stärkten mit Ihrer Entscheidung die Sparkasse und geben damit automatisch, dem Geschäftsprinzip der Direktbanken einen kleinen Dämpfer.

 

Geschäftsmodell der Direktbanken sollte überdacht werden

Direktbanken bieten Ihren Kunden häufig die Möglichkeit kostengünstige oder zum Teil kostenlose Girokonten und Kreditkarten zu erhalten. Die gebührenfreie Nutzung der Direktbanken Angebote funktioniert allerdings nur, weil diese Banken in der Regel über kein eigenes Filialnetz und Geldautomaten führen, welches Sie auch Verwalten und Finanzieren müssen. Um Ihren Kunden aber dennoch eine ausreichende Bargeldversorgung zu bieten, können Kunden der Direktbanken Bargeld an den Automaten von fremden Geldinstituten abheben. Dieses Geschäftsmodell erhält nun durch die Richter des Landgerichts München, einen Rückschlag.

Die Richter teilten den Direktbanken mit, dass die Bereitstellung von eigenen Geldautomaten für Fremdkunden, auf dem Prinzip der Gegenseitigkeit beruht. Das bedeute aber auch, dass im Grunde die Direktbanken auch Geldautomaten führen müssten und diese Fremdkunden zugänglich machen. Dies ist allerdings bei den meisten Direktbanken nicht oder nur sehr eingeschränkt der Fall. Daher sei es in diesem Fall der Sparkasse nicht zuzumuten, einen „Wettbewerb zum eigenen Schaden zu führen“, begründeten die Richter Ihr Urteil.

 

Endgültige Entscheidung noch nicht gefallen

Der Streit um die Nutzung der Sparkassen Geldautomaten für Kreditkarten von Direktbanken, bleibt aber weiterhin aktuell. Die klagenden Direktbanken, ING-DiBa, Volkswagenbank und die Citibank werden in Berufung gehen. Klären wird diese Auseinandersetzung mit großer Wahrscheinlichkeit nach, der Bundesgerichtshof in höchstrichterlicher Instanz.

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband sieht sich allerdings, mit seiner Sperrung der Kreditkarten von Direktbanken, im Recht. In einer Pressemitteilung des DSGV, erklärt dieser, „dass das Gericht deutlich macht, dass Sparkassen nicht dazu verpflichtet sind Ihre Infrastruktur, für Wettbewerber zur Verfügung zu stellen“.

Sollten sich die Sparkassen durchsetzen und der Bundesgerichtshof die Sperrung von Kreditkarten einiger Direktbanken für Rechtens erklären, so werden viele Direktbanken Ihr Geschäftsmodell überdenken müssen. Ziehen weitere Sparkassen nach und sperren Ihre Geldautomaten für die Kreditkarten der Direktbanken, könnten diese eine Bargeldversorgung Ihrer Kunden nicht mehr gewährleisten. Ob jedoch der Bundesgerichtshof diese Sperrung rechtlich absegnet ist berechtigterweise fraglich. Schließlich sind die Geldautomaten der Sparkassen mit einem Visa Zeichen versehen. Dieses Zeichen verpflichtet normalerweise die Banken, dass Ihre Geldautomaten allen Visa Kreditkarten Geld auszahlen, auch den Visa Kreditkarten von Direktbanken.

 

 

 

 

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