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Pflegenoten des Medzinischen Dienst der Krankenkassen bewertet Pflegeheime und Dienste

Die Thematik Pflegebedürftigkeit von Menschen und deren Pflege gerät zunehmend mehr in das Bewusstsein.

Die Thematik Pflegebedürftigkeit von Menschen und deren Pflege gerät zunehmend mehr in das Bewusstsein. Hintergrund hierfür dürfte wohl die wachsende Zahl der Menschen die auf eine regelmäßige fremde Hilfe angewiesen sind. Wer genau die fremde Hilfe übernimmt, muss in der individuellen Situation entschieden werden. In vielen Pflegefällen übernehmen Familienangehörige die Pflege eines geliebten Menschen. Doch die Pflege eines Familienmitglieds kann sehr belastend sein und auch dazu führen, dass sich die Angehörigen eine professionelle Pflege beauftragen. Hier steht die Möglichkeit einer ambulanten Pflege durch einen Pflegedienst oder eine stationäre Pflege in einem Pflegeheim oder Altenheim zur Auswahl.

Sobald jemand anderes die Pflege eines geliebten Menschen übernimmt, soll er natürlich umfangreich betreut und gepflegt werden. Hier stehen die Pflegedienste und Pflegeheime in der Pflicht und müssen eine entsprechenden guten und zuverlässigen Dienst leisten. Doch woher sollen Familienangehörige wissen welcher Pflegedienst oder welches Pflegeheim tatsächlich gut ist und eine vertrauensvolle Pflege bietet? Um mehr Transparenz über den Pflegeservice zu verschaffen, bewertet der Medizinische Dienst der Krankenkassen (kurz MDK) die Pflegedienste- und -heime mit Pflegenoten.

 

Pflegenoten des MDK bewerten unabhängig Pflegedienste und Pflegeheime (Altenheime)

Die Pflegenoten des Medizinischen Dienst der Krankenkassen, sollen Kunden Informationen darüber bieten, wie qualitativ hochwertig ein Pflegeheim oder Pflegedienst arbeitet. Dazu bewerten unabhängige Prüfer des MDK, unangemeldet die einzelnen Heime und Dienste. Während der Prüfung schauen sich die Prüfer unterschiedlichste Bereiche an und bewerten diese individuell, nach einer Skala von 1 bis 10. Am Schluss ergibt sich aus den Einzelbewertungen der Bereiche eine Gesamtnote.

 

Bei den Pflegediensten prüft der MDK folgende Qualitätskriterien
(ausführliche Informationen: http://www.pflegenoten.de/Kriterien_Heime.gkvnet):

  • Pflege und medizinische Versorgung
  • Befragung der Bewohner
  • Umgang mit demenzkranken Bewohnern
  • Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
  • Hauswirtschaft, Hygiene, Verpflegung und Wohnen

 

Die Pflegedienste werden auf folgende Qualitätskriterien geprüft
(ausführliche Informationen: http://www.pflegenoten.de/Kriterien_Dienste.gkvnet):

  • Pflegerische Leistungen
  • Befragung der Kunden
  • Ärztlich verordnete pflegerische Leistungen
  • Dienstleistung und Organisation

 

Einzelbewertungen ergeben Pflegenote

In den jeweiligen Bereichen unterscheiden die Prüfer des Medizinischen Dienst der Krankenkassen nochmals Einzelkriterien. Diese umfassen bei den Pflegeheimen insgesamt 82 Einzelkriterien und bei den Pflegediensten insgesamt 49 Einzelkriterien. Bei einer Prüfung vergibt der MDK jedem Einzelkriterium eine Bewertung. Im Anschluss errechnet der MDK einen Durchschnittswert welcher dann in eine Schulnote umgesetzt wird. Durch die Schulnotenvergabe werden die Pflegenoten für Kunden leicht verständlich und jeder kann auf den ersten Blick erkennen, ob ein Pflegeheim oder Pflegedienst als vertrauensvoll angesehen werden kann.

 

Die Prüfung der Dienste und Heime und die Vergabe der Pflegenoten, erfolgt erst seit dem Juli 2009. Bis zum Ende des Jahres 2010 sollen alle Pflegeheime und -dienste in Deutschland geprüft und bewertet werden. Kunden die sich über die Pflegenote eines entsprechenden Dienstes oder Heimes informieren wollen, können dazu eine der folgenden Datenbanken nutzen:

 

www.aok-gesundheitsnavi.de
www.bkk-pflege.de
www.der-pflegekompass.de
www.pflegelotse.de

 

So ganz unumstritten sind die Pflegenoten nicht. Ein Heimbetreiber aus Bochum klagte gegen die Vergabe der Pflegenote bei den Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen. Er wollte die Veröffentlichung seiner Pflegenote in einer Datenbank im Internet unterbinden. Doch das Gericht entschied, dass die Pflegenoten zulässig sind (Az. L 10 P 10/10 B.). Darüber hinaus wird bei den Pflegenoten bemängelt, dass diese einen Ausgleich von schlechten Einzelbewertungen in dem einen Bereich mit Einzelbewertungen aus einem anderen Bereich ermöglicht. Eine schlechte Situation wenn ein Pflegeheim zum Beispiel in der Medikamentenausgabe schlecht ist (Einzelkritik: Ist der Umgang mit Medikamenten sachgerecht? ), aber dafür sehr gut in der Anregung des Geschmackssinns bei Bewohnern mit Ernährungssonden ist. Schlechte Einzelkriterien in brisanten Bereichen könnten durch eine gute in nicht ganz so brisanten Bereichen ausgeglichen werden.

 

Im Grunde sollten die Pflegenoten Kunden einen ersten Anhaltspunkt bieten, ob eine entsprechende Einrichtung oder ein Pflegedienst die Pflege des Angehörigen im gewünschten Maße erfüllen kann. Dazu stellen die Datenbanken auch noch mal eine Einzelbewertung von den oben genannten, groben Prüfungsbereichen vor. Damit kann man wohl tatsächlich schlechte Heime oder Dienste pauschal aussortieren. Ob ein Dienst oder Heim im Endeffekt aber wirklich vertrauenswürdig ist, sollten wohl die Angehörigen in letzter Instanz noch einmal selbst prüfen und sich das ausgewählte Heim oder den Dienst ansehen und kritischen beobachten. Häufig kann das Bauchgefühl doch mehr aussagen als eine Pflegenote eines MDK Prüfers.