Gesetzliche Krankenkassen treiben Zusatzbeitrag auch mit Pfändung ein

Seit dem Jahr 2010 erheben die ersten Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland von Ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag. Dies war für einige Kassen einfach notwendig, da die Ausgaben der entsprechenden Kassen höher waren, als diese an Gelder von dem Gesundheitsfonds zugewiesen bekommen hat. In der Regel haben aber alle Krankenkassen einen pauschalen Zusatzbeitrag von 8 Euro erhoben. Lediglich eine Krankenkasse führte eine Einkommensprüfung Ihrer Versicherten durch und forderte mehr als den pauschalen Zusatzbeitrag. Auch im Jahr 2011 müssen einige Krankenkassen einen Zusatzbeitrag erheben. Doch nun könnte die Forderung der Kassen härter werden. Nicht nur das diese durch in Kraft treten der Gesundheitsreform einen ungedeckelten Zusatzbeitrag erheben dürfen, sondern auch der Einzug des Zusatzbeitrags könnte härter durchgesetzt werden. 

Denn der Zusatzbeitrag wird nicht von dem Arbeitgeber abgeführt, sondern dieser muss von den Versicherten selbst überwiesen werden. Dem kommen die meisten Versicherten auch nach und zahlen diesen, jedoch nicht alle. So sollen alleine bei der DAK Krankenkassen etwa 5% der Versicherten (das sind 220.000 Versicherte) den Zusatzbeitrag noch nicht gezahlt haben. Dies entspricht einem Volumen von 20 Millionen Euro an fehlenden Einnahmen für die Deutsche Angestellten Krankenkasse. Viel Geld also, welches die Kasse benötigt um die Ausgaben für Ihre Versicherten zu finanzieren. Da es auch andere Krankenkasse Probleme mit nicht gezahlten Zusatzbeiträgen haben, planen diese nun mit Nachdruck den Beitrag einzufordern.

 

Krankenkassen könnten Zusatzbeitrag pfänden

Bisher haben die Krankenkassen Versicherten die vergessen haben den Zusatzbeitrag zu zahlen, nur eine Zahlungserinnerung geschrieben. Auch drohten die Kassen noch vor wenigen Monaten eventuell Säumniszuschläge zu verlangen. Aber wirklich durchgesetzt haben sich die Gesetzlichen Krankenkassen bei säumigen Versicherten noch nicht. Das könnte sich nun aber ändern. Denn die Kassen wollen die Forderung des Zusatzbeitrags von säumigen Versicherten an die Hauptzollämter weitergeben. Diese würden dann eine Pfändung durchführen und sich so den fehlenden Beitrag bei den Versicherten einholen.

 

Versicherte fliehen vor Zusatzbeiträgen

Auch wenn die Zusatzbeiträge ein notwendiges Übel sind, so müssen sich Versicherte dies nicht gefallen lassen. Und das machen Sie auch nicht. Denn sobald eine Krankenkasse Ihre Versicherten über die Erhebung eines Zusatzbeitrags informiert, haben die Versicherten ein Sonderkündigungsrecht. Innerhalb von einem Monat nach Erhalt der Information können Sie zu einer anderen Krankenkasse wechseln, welche keinen Zusatzbeitrag erhebt.

Diese Möglichkeit nutzen verständlicherweise auch viele Versicherte und führen einen Krankenkassenwechsel durch.  So haben alleine 330.000 Versicherte der DAK die Krankenkasse verlassen und sind zu einer anderen Kasse gewechselt.

 

 

Es ist verständlich das die Gesetzlichen Krankenkassen nun den Zusatzbeitrag von säumigen Versicherten pfänden wollen. Immerhin handelt es sich dabei um einen ganz normalen Beitrag welchen die Versicherten für Ihren Krankenversicherungsschutz bezahlen. Die rechtliche Grundlage für den Zusatzbeitrag ist sowieso gegeben. Also dürfen die Krankenkassen Ihre Forderung auch notfalls durch eine Pfändung eintreiben. Dies ist wichtig für die Kassen und auch fair gegenüber den Versicherten welche bisher den Zusatzbeitrag sofort bezahlt haben.

Auch ist die Nicht Zahlung des Zusatzbeitrags nicht ganz nachzuvollziehen. Alle Versicherten werden von den Kassen über den Zusatzbeitrag informiert und auf Ihr Sonderkündigungsrecht hingewiesen. Bleiben Versicherte dann bei Ihrer alten Kasse und führen keinen Wechsel durch, akzeptieren Sie ja auch den Zusatzbeitrag. Sonst könnten Versicherte auch zu einer Krankenkasse wechseln, die eben keinen zusätzlichen Beitrag erhebt. Von daher ist es wirklich in Ordnung, wenn die Kasse nun den Zusatzbeitrag unter Umständen pfänden.

 

 

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