Gesetzliche Krankenkassen sollen Säumniszuschläge von Versicherten erheben dürfen

Die Gesetzlichen Krankenkassen haben erstmalig in diesem Jahr von Ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag erhoben. Einen solchen Zusatzbeitrag dürfen die Krankenkassen dann einfordern wenn die finanziellen Mittel nicht ausreichen, um die Ausgaben der Kasse zu finanzieren. Derzeit fordern insgesamt 13 Kassen von Ihren Versicherten einen Zusatzbeitrag. Bei den meisten Kassen zahlen die Versicherten „nur“ einen pauschalen Zusatzbeitrag von 8 Euro im Monat. Nur wenige Kassen fordern bis zu 1% des Einkommens als Zusatzbeitrag (maximal 37,50 Euro wegen Beitragsbemessungsgrenze).

Im Gegensatz zu dem normalen Krankenversicherungsbeitrag überweist nicht der Arbeitgeber den Zusatzbeitrag an die Gesetzlichen Krankenkassen, sondern die Versicherten selbst. Wahlweise per Überweisung oder Lastschriftverfahren, sofern dies die entsprechende Kasse unterstützt. Doch genau hier liegt das Problem. Viele Versicherte zahlen den Zusatzbeitrag zu Ihrer Gesetzlichen Krankenkasse nicht und sorgen dafür, dass die Kasse weiterhin finanzielle Engpässe besitzen. Laut einer Umfrage der „Bild“ sollen bis zu 1 Millionen Versicherten bisher keinen Zusatzbeitrag bezahlt haben. Das will die Bundesregierung nun ändern.

 

Säumniszuschläge für Versicherte die keinen Zusatzbeitrag bezahlen

Das Bundesgesundheitsministerium sieht in einem aktuellen Reformvorschlag, in jeden Fall Sanktionen gegen Versicherte vor, die den Zusatzbeitrag nicht zahlen. Wie genau diese Sanktionen aussehen können berichtete nun die „Rheinische Post“. Die Zeitung beruft sich auf Aussagen von internen Verhandlungskreisen und macht auf einen Säumniszuschlag von bis zu 225 Euro aufmerksam. Allerdings gilt der Säumniszuschlag in dieser Höhe nur für gut verdienende Versicherte.

Bisher war von einem Säumniszuschlag von bis zu 3 Monats- Zusatzbeiträgen, die Rede. Jedoch sollte der Säumniszuschlag mindestens 30 Euro betragen. 

 

Säumniszuschlag erst ab Gültigkeit der neuen Gesundheitsreform

In jeden Fall plant die Bundesregierung gegen Versicherte Strafen zu verhängen, die den Zusatzbeitrag nicht bezahlt haben. Wie die „Strafe“ oder wie hoch der Säumniszuschlag aber letzten Endes ausfällt, bleibt noch abzuwarten. Eine konkrete Einigung über entsprechende Zuschläge wird es erst dann geben, wenn die Regierung die neue Gesundheitsreform abgesegnet und beschlossen hat.

Eigentlich ist dieser Schritt absolut notwendig. Natürlich kann wohl jeder Versicherter einer Gesetzlichen Krankenkasse die einen Zusatzbeitrag erhebt, durchaus verstehen. Es herrscht viel Unmut über die Zusatzbeiträge der Krankenkassen. Aber die säumigen Versicherten führen damit keinen Protest durch oder „schaden“ den Kassen bzw. der Politik, denen Sie die Schuld für vieles geben. Sondern säumige Versicherte schaden ganz eindeutig der Versichertengemeinschaft. Um es ganz klar zu sagen: säumige Versicherten schaden den Versicherten die den Zusatzbeitrag bezahlen. Daher ist der geplante Säumniszuschlag der Regierung durchaus zu begrüßen.

 

Es ist sowieso etwas unverständlich warum manche Versicherte den Zusatzbeitrag nicht zahlen. Mit Erhebung des Zusatzbeitrags haben die meisten Versicherten (die sich nicht für einen Wahltarif entschieden haben) ein Sonderkündigungsrecht und können zu einer Kasse wechseln, die keinen Zusatzbeitrag erhebt. Dies wäre ein fairer Schritt von den säumigen Versicherten gegenüber der kompletten Versichertengemeinschaft. Auch würde die Kassen es zu spüren bekommen, wenn plötzlich alle Versicherten von Ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen. Der Protest gegen den Zusatzbeitrag durch Wechsel der Krankenkasse hat mehr Stil, als einfach den Zusatzbeitrag nicht zu zahlen.

 

 

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