Garantiezins der klassischen Lebensversicherungen sinkt auf 1,75 Prozent

Schon seit einigen Monaten wird in den Medien über die Verzinsung der klassischen Lebensversicherung und Rentenversicherung berichtet. Denn die Gesamtverzinsung diese beliebten Altersvorsorgeprodukte sinkt seit einigen Jahren kontinuierlich. Bisher betraf die Zinssenkung aber „nur“ die Überschussbeteiligung durch die Versicherer selbst. Seit wenigen Monaten aber wird eine öffentliche Diskussion über die Senkung des Garantiezinses bei den klassischen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen geführt.

Eigentlich handelt es sich bei dem Garantiezins um den so genannten Höchstrechnungszins. Dies ist der Prozentsatz, welchen die deutschen Versicherer Ihren Versicherten als eine garantierte Guthabenverzinsung zusagen dürfen. Mit anderen Worten: die monatlichen Beitragseinzahlungen der Versicherten in eine klassische Lebens- oder Rentenversicherung wird garantiert mit dem Höchstrechnungszins verzinst. Diese liegt bei aktuellen Neuverträgen bei 2,25% p.a. Auf die Zahlung dieses Zinssatzes haben Versicherte also einen vertraglich zugesicherten Anspruch. Zusätzlich zu dem Garantiezins bezahlen Sie Versicherungen Ihren Versicherten noch eine Überschussbeteiligung. Hierbei handelt es sich aber um eine Leistung der Versicherung selbst (wenn diese zum Beispiel Überschüsse erwirtschaftet) und diese können und ändern sich jährlich. Erst durch die Überschussbeteiligung bekommen Versicherter mit einer klassischen Rentenversicherung oder Lebensversicherung eine Gesamtverzinsung von etwa 4% p.a.. 

Nun aber hat das Bundesfinanzministerium die Senkung des Garantiezins (Höchstrechnungszins) beschlossen.

 

Garantiezins der klassischen Lebensversicherungen sinkt auf magere 1,75% p.a.

Wie hoch die Versicherer Ihren Kunden eine Garantieverzinsung anbieten dürfen, wird gesetzlich geregelt. Hier sieht das Bundesfinanzministerium vor, dass die Versicherungsunternehmen den Garantiezins mit einer 10 jährigen Bundesstaatsanleihe erwirtschaften können müssen. Dies ist aber seit einiger Zeit nicht mehr der Fall. Erschwerend kommt hinzu, dass das Bundesfinanzministerium nicht mit steigenden Zinsen am Markt rechnet. Daher hat die Bundesregierung nun beschlossen den Garantiezins (Höchstrechnungszins) der klassischen Lebensversicherung und Rentenversicherung auf 1,75% p.a. zu senken.  Dies entspricht in etwa dem aktuellen Zinsniveau am Markt und dürfte für die Versicherungen keine finanzielle Belastung darstellen.

 

 

Versicherer verurteilen die Zinssenkung des Garantiezinses

Selbstverständlich sind die Versicherungen von der Senkung des Garantiezinses Ihrer klassischen Rentenversicherung und klassischen Lebensversicherung nicht begeistert. Im Gegenteil, die Zinssenkung wird das sowieso schon schleppende Neugeschäft noch weiter verringern und erschweren. Immerhin wird die klassische Lebens- und Rentenversicherung mit dem Argument der sicheren Verzinsung des Guthabens verkauft. Nun fällt aber die Garantieverzinsung auf ein besonders geringes Niveau und kann kaum noch mehr als einen Inflationsausgleich anbieten. Nicht gerade überzeugend für Kunden.

Natürlich haben auch die Versicherer die Zinssenkung an den Märkten zu spüren bekommen und wollen auf diese Situation reagieren. Allerdings forderte der Versicherungsverband GDV eine Senkung auf nur 2% p.a. und bekräftigt die geringe Senkung mit dem Argument der steigenden Zinsen und dem Konjunkturaufschwung. Dieser Meinung folgte das Bundesfinanzministerium nicht, da es die Zinsentwicklung geringer einschätzt als die Versicherungswirtschaft.

Doch selbst eine moderate Senkung des Garantiezinses der klassischen Rentenversicherung und Lebensversicherung hätte keinen großen Vorteil für Kunden. Denn nicht nur der Höchstrechnungszins sinkt, auch die Überschussbeteiligung der Versicherer sinkt seit Jahren immer weiter nach unten. Versicherte müssen sich also sowieso schon mit einer geringen Gesamtverzinsung zufrieden geben.

 

 

Überschussbeteiligung der klassischen Lebensversicherungen sinken ebenfalls

Wie bereits erwähnt setzt sich die Gesamtverzinsung einer klassischen Lebensversicherung oder Rentenversicherung aus dem Garantiezins und der Überschussbeteiligung zusammen. So müssen Versicherte nicht nur einem sinkenden Garantiezins rechnen, sondern auch mit einer immer weiter sinkenden Überschussbeteiligung. Gerade im aktuellen Jahr haben einige der bekannten Größen in der Branche Ihre Überschussbeteiligung gesenkt. Die Debeka Versicherung verringerte Ihre Überschussbeteiligung in den letzten 2 Jahren um 0,2% und 0,3% p.a.. Die R+V Versicherung senkt die Überschussbeteiligung um 0,2% p.a., genauso wie Branchenprimus Allianz.

Damit liegt die Gesamtverzinsung der klassischen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen zwischen 3,7% p.a. und 4,2% p.a. Nicht gerade viel.

 

 

Die Attraktivität der klassischen Lebensversicherungen und Rentenversicherungen leidet seit Jahren an der geringen Verzinsung. Nun wird die aktuelle Senkung des Garantiezinses das Produkt noch unattraktiver machen. Interessenten die sich für eine klassische Rentenversicherung oder Lebensversicherung interessieren, empfiehlt es sich Alternative Angebote anzuschauen. Hier empfiehlt sich eher eine fondsgebundene Rentenversicherung. Mit dieser können Versicherte eine deutlich bessere Rendite erwirtschaften und langfristig mehr Kapital ansparen.

 

 

Top

 Einen Augenblick Bitte Seite wird aktualisiert