Die neue Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer

Am Anfang des Jahres 2009 trat in Deutschland eine neue Erbschafts- und Schenkungssteuer, relativ unbemerkt in Kraft. Der Grund für die Reformierung der Erbschaftssteuer besteht in einem Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgericht aus dem Jahr 2006. Dieses legte in seinem Urteil fest, dass die unterschiedliche steuerliche Behandlung von dem Erbe gegen die Verfassung verstoßen würde und forderte die Bundesregierung auf, bis zum Ende des Jahres 2008 die Erbschaftssteuer zu reformieren. Auch wenn es im Jahr 2008 noch so aussah, als wenn die Regierung eine Reformierung der Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer nicht abschließen kann, trat das neue Gesetz nun in Kraft. Und die neue Erbschaftssteuer bringt einige Änderungen mit sich.

Mit der neuen Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer stehen die Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder deutlich besser dar, als dies vor der Reform der Fall gewesen ist. Personen die nicht zu der engen Verwandtschaft gehören sowie Geschwister haben zum Teil Nachteile hinzunehmen. Im folgenden finden Sie eine Übersicht über die aktuellen Änderungen welche die neue Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer mit sich bringt.

 

Geänderte Freibeträge beim Erbe und Schenkung:

Mit der neuen Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer hat die Bundesregierung die Steuerfreibeträge im Bezug auf das Erbe und Schenkungen deutlich nach oben angepasst. Besonders der Allgemeine Freibetrag hat es gut getroffen. Dieser wurde fast verdoppelt. So bleiben zum Beispiel für den Ehepartner oder den eingetragenen Lebenspartner, dass Erbe bis zu einem Wert von 500.000 Euro steuerfrei. Auch der Freibetrag für „andere Güter“ wurde leicht angehoben.

 

 

Neue Bewertung von geerbten Immobilien:

Eine der wichtigsten Punkte welche überhaupt zur Reformierung der Erbschaftssteuer geführt haben, war die im Vergleich zu normalen Vermögen, ungerechte Bewertung von Immobilien. Mit dem neuen Gesetz, müssen geerbte Immobilien mit dem Verkehrswert versteuert werden. Nutzen allerdings die Kinder oder Ehepartner die Immobilie als Wohneigentum für mindestens 10 Jahre, so müssen keine Steuern an das Finanzamt abgeführt werden.

 

 

Neue Bewertung von geerbten Unternehmen:

Auch die steuerliche Bewertung von Unternehmen wurde von dem Gesetzgeber umgeändert. Mit der neuen Erbschaftssteuer, berechnet sich der Wert des Unternehmens mit dem Ertragswert. Bislang wurde der Wert eines Unternehmens mit dem niedrigsten Wert der Bilanz ausgewiesen. Führt der Erbe das Unternehmen mit gewissen Voraussetzungen weiter, so müssen keine Steuern für das Unternehmen an das Finanzamt abgeführt werden.

 

 

Erhöhte Steuersätze für Steuerklasse 2 und 3:

Die Bundesregierung hat die Höhe der Steuersätze für die 2. und 3. Steuerklasse erhöht. Damit müssen zum Beispiel Geschwister (Klasse 2) oder Onkel bzw, Tanten mehr Steuern abführen. Im gleichen Zug wurden aber die Stufen für die zu zahlenden Steuern erhöht. Die Steuersätze für die Steuerklasse 1 sind allerdings gleich geblieben.

Interessant fürs Erben werden in Zukunft mit großer Sicherheit die Freibeträge werden. Denn die Steuerfreibeträge können alle 10 Jahre in Anspruch genommen werden. So könnten Eltern schon mit jüngeren Jahren Schenkungen an Ihre Kinder machen (Freibeträge von Kindern beachten derzeit 400.000€) und so gezielt die Erbschaftssteuer umgehen.

 

 

 

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