Alterung der Gesellschaft und die finanziellen Folgen für die Gesetzlichen Sozialversicherungen

Deutschland wird immer Älter, dass haben unzähligen Experten und Studien eindeutig nachgewiesen. Das der demografische Wandel langsam einsetzt dürften viele Bürger aber nicht nur auf den Straßen sehen, sondern Sie spüren diesen auch finanziell. Denn viele der Sozialversicherungen wie die Gesetzliche Krankenversicherung oder Gesetzliche Rentenversicherung finanzieren sich nach dem Umlageverfahren. Das zu erbringenden Leistungen der Sozialversicherungen finanzieren diese durch die laufenden Beitragseinnahmen. Damit dieses System also funktioniert brauchen diese Versicherungen genügend Beitragszahler, die genügend Beiträge zur Deckung der Leistungen einzahlen. Aber genau diese gesunden Beitragszahler fehlen in einer zunehmend alternden Gesellschaft mehr und mehr. Mit schlimmen Folgen für die Gesetzlichen Sozialversicherungen, da diese Probleme haben Ihre Ausgaben zu finanzieren. Und genau diese Situation bzw. das Problem der zu wenigen Beitragszahler tritt nach und nach ein, was durch unzählige Leistungskürzung und Beitragserhöhungen bei den unterschiedlichen Sozialversicherungen deutlich zu spüren ist.

 

Leistungskürzungen der Gesetzlichen Krankenversicherung

Seit vielen Jahren stagnieren die Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung kontinuierlich. Versicherte sehen sich auf der einen Seite mit immer weniger Versicherungsschutz konfrontiert. Zum anderen müssen Sie einen immer höheren Krankenversicherungsbeitrag bezahlen. Um hier nur wenige Beispiele zur Verdeutlichung des Problems zu nennen gibt es seit 2004 kein Geld mehr im Todesfall, keine Leistung mehr für Sehhilfen und für Zahnersatz erhalten Versicherte nur noch einen Festzuschuss, der kaum ausreicht um die tatsächlichen Kosten dessen zu begleichen. Hierzu kommt die Erhöhung des Beitragssatz der in den letzten 10 Jahren von 13,5% auf 14,9% bzw. angepasst wurde und ab dem Jahr (dank neuer Gesundheitsreform) 15,5% umfassen wird. Außerdem müssen Versicherte seit 2004 die Praxisgebühr von 10 Euro pro Quartal bezahlen, was indirekt auch eine Beitragserhöhung darstellt.

Das ist nur ein kleiner Auszug von den Leistungskürzungen und Beitragserhöhungen der Gesetzlichen Krankenversicherung. Experten rechnen aber bereits heute damit, dass die Krankenkassen schon im Jahr 2011 wieder nicht genügend Geld zur Verfügung haben werden um Ihre Ausgaben decken zu können. Gut das die neue Gesundheitsreform den Gesetzlichen Krankenkassen ermöglicht unbegrenzte Zusatzbeiträge erheben zu dürfen. Noch im Jahr 2010 waren dies auf 8 Euro bei dem pauschalen Zusatzbeitrag und auf höchstens 1% des Einkommens begrenzt. Das ändert sich nun und wird mit Sicherheit nicht das einzige sein, was Versicherte der Gesetzlichen Krankenversicherung in den kommenden Jahren noch zahlen müssen. Denn wenn keine Beitragszahler zur Verfügung stehen welche die (Mehr-)Kosten einer alternden Gesellschaft bezahlen können, müssen eben alle Versicherte der Gemeinschaft mehr Geld einzahlen. (Es gibt im übrigen Schätzungen das der Krankenversicherungsbeitrag durchaus auf über 20% steigen wird.)

 

Leistungskürzungen der Gesetzliche Rentenversicherung

Auch die Gesetzliche Rentenversicherung hat mit seiner Finanzierung zu kämpfen. Denn bei einer älter werdenden Gesellschaft, bedeutet dies automatisch das zunehmend mehr Menschen auch eine Rente beziehen wollen. Eine problematische Situation wenn derjenige welcher die Renten zahlen soll, sich aus den direkten Beiträgen der Beitragszahler finanziert. Das die Gesetzliche Rentenversicherung schon jetzt Probleme mit der Finanzierung der Rentenzahlungen hat, dürfte wohl die Meisten schon wissen. Nur ein paar Beispiele zur Verdeutlichung des Problems. Die Bürger welche bereits in Rente sind machen in Deutschland Seit Jahren Nullrunden bei der Rentenanpassung (dank notwendigen Nachhaltigkeitsfaktor). Gleichzeitig hat die Bundesregierung das Renteneintrittsalter von 65 Jahren auf 67 Jahren angepasst. Während die Rente mit 67 Jahren im übrigen noch diskutiert wird, fordern andere Verantwortliche schon die Rente mit 69 Jahren. Es dürfte wohl klar sein, dass die Erhöhung des Renteneintrittsalters einer deutlichen Rentenkürzung gleich kommt.

Auch wenn die Bundesregierung (egal welche Partei gerade „regiert“) immer beschwichtigt und die Meinung vertritt, dass die Rentenkürzungen der Gesetzlichen Rentenversicherung nicht so umfangreich ausfallen. So haben die Verantwortlichen dennoch indirekt zugegeben, dass die Gesetzliche Rente alleine nicht mehr ausreicht. Schließlich sollen die Bürger vermehrt an die Private Altersvorsorge denken und bekommen mit der Riester Rente (2004) auch einen zusätzlichen, staatlich finanzierten Anreiz hierfür.

Ein eindeutiger Hinweis für die schlechte finanzielle Situation der Gesetzlichen Rentenversicherung besteht auch schlicht weg in der Beitragsanpassung. So stieg der Beitragssatz zur GRV im Jahr 2005 von 17% auf 19,5%.

Während damit aktuell noch die Rente bezahlt werden können, wird dies in Zukunft wahrscheinlich noch schlechter aussehen. Experten gehen davon aus, dass Bürger die 2040 in Rente gehen werden, nur noch eine Gesetzliche Rente auf  dem Niveau der aktuellen Grundsicherung bekommen.

 

Finanzierungsproblem der Gesetzlichen Pflegeversicherung

Die Gesetzliche Pflegeversicherung hat bisher noch nicht solche gravierenden Leistungskürzungen hinnehmen müssen, so dass Versicherte diese deutlich merken müssen (wie dies bei den Nullrunden der Renten oder z.B. dem Zahnersatz der GKV der Fall ist). Grund hierfür besteht in den sowieso schon nicht ausreichenden Leistungen der Gesetzlichen Pflegeversicherung. So reichen die festen Leistungssätze die sich nach der Pflegestufe und der Art der Pflege richten, nicht aus um die tatsächlichen Pflegekosten zu bezahlen. Besonders eklatant wird es für Pflegebedürftige die in der höchsten Pflegestufe sind und stationär untergebracht werden müssen. Hier besteht schon heute ein Eigenanteil von 2.000  Euro im Monat.

Doch selbst bei den sowieso nicht ausreichenden Leistungen benötigt die Gesetzliche Pflegeversicherung mehr Beitragseinnahmen. So wurde der Beitragssatz zu dieser Sozialversicherung im Jahr 2008 auf 1,9% angepasst. Allerdings erfasst die Gesetzliche Pflegeversicherung erstmalig das Problem der zu geringen Geburtsraten und fordert von kinderlosen Versicherten einen höheren Beitrag. Daher umfasst der Beitragssatz für kinderlose Versicherte 2,15%.

Doch die Beitragserhöhung wird nicht ausreichen um die Leistungen der Gesetzlichen Pflegeversicherung, insbesondere in der Zukunft, bezahlen zu können. Das Statistische Bundesamt geht davon aus, dass bereits im Jahr 2030 50 Prozent mehr Menschen eine Pflegeleistung erhalten müssen (heute 2,2 Millionen Leistungsempfänger, geschätzt 2030 etwa 3,4 Millionen). Bis 2050 wird sich die Zahl der Leistungsempfänger wahrscheinlich verdoppeln. Daher können Bürger bereits heute damit rechnen, dass die Gesetzliche Pflegeversicherung einen höheren Beitrag fordern wird. Derzeit überlegt die Bundesregierung die Einführung eines Pflege-Riesters. Quasi die Förderung des Abschluss von einer Privaten Pflegeversicherung um diesem Finanzierungs- Problem Herr zu werden.

 

Umstellung der Sozialversicherungen auf kapitalgedeckte Finanzierung notwendig

Die Gesetzlichen Sozialversicherungen stehen allesamt vor dem Problem der Finanzierung Ihrer eigentlich zugesagten Leistungen. Gerade in Zukunft wird sich dieses Problem als noch größer erweisen, da noch mehr Leistungsempfänger kommen werden. Durch das Umlageverfahren, stecken die Sozialversicherungen aber in der Klemme. Zu einem müssen die versprochenen Leistungen erbringen, zum anderen brauchen Sie dafür aber gesunde Leistungszahler. Und diese fehlen immer mehr. Bereits im Jahr 2030 könnte laut Schätzung des statistischen Bundesamt die 60 Jahre alten Bürger über 30% der gesamten Bevölkerung ausmachen (Quelle destatis.de Broschüre über die Bevölkerungsentwicklung hier). Der Anteil der unter 20 Jahr alten Bürger wächst laut der Prognose auf gerade einmal 16,5%. Und diese Tendenz bleibt beständig. Im Jahr 2040 sinkt die Zahl der jungen Bürger und die der ältern steigt. Das Umlageverfahren der Gesetzlichen Sozialversicherungen funktioniert dann einfach nicht mehr.

Hier sind natürlich in erster Linie die Verantwortlichen gefragt welche das Umlageverfahren auf ein Kapitalgedecktes Verfahren wie bei Privaten Versicherungen umstellen müssen. Dies versucht der aktuell Gesundheitsminister Rösler auch. Das große Problem dabei wird nur sein die aktuellen Leistungsversprechen halten zu können (Bürger die Jahre oder Jahrzehnte in die Sozialversicherungen eingezahlt haben erwarten natürlich auch Ihre Leistungen und wollen nicht Geld für zusätzliche Versicherungen bezahlen) und die junge Generation in die kapitalgedeckte Versicherung zu verschieben. Hier dürfen wohl alle Versicherten an einer Vernünftigen Lösung interessiert sein, wie diese aber aussieht, kann noch keiner Beantworten. Es muss aber eine Umstellung der großen Sozialversicherungen von dem Umlageverfahren auf Kapitalgedeckte Finanzierungen erfolgen, sonst drohen die Versicherung sich aufzulösen was die Sicherheit der Bürger in Deutschland gefährden kann.

 

Private Versicherungen können temporär Versicherungslücken schließen

Aktuell können die Versicherten der Sozialversicherungen gegen die stagnierenden Leistungen mit Hilfe von Privaten Versicherungen etwas unternehmen. Im Bereich der Krankenversicherung existieren zahlreiche Private Krankenzusatzversicherungen welche die typischen Lücken schließen (z.B. eine Zahnzusatzversicherung für den Zahnersatz, eine Sterbegeldversicherung etc.). Ohne die Private Altersvorsorge sollte wohl kein Bürger mehr auf seine Rente warten. Hier kann eine Private Rentenversicherung oder Riester Rente helfen eine zusätzliche Rente anzusparen. Bei der Pflegeversicherung gibt es die Pflegetagegeldversicherung welche für zusätzliches Geld im Monat für die Pflege sorgt.

Mit diesen privaten Versicherungen können Versicherte etwas gegen die geringen Leistungen der Sozialversicherungen unternehmen. Allerdings stoßen Versicherte so langsam auch an Ihre finanziellen grenzen. Denn jede Zusatzversicherung bedeutet natürlich auch eine zusätzliche finanzielle Belastung durch den Beitrag. Versicherte sollten sich daher gut überlegen ob Sie die aktuellen Lücken der Sozialversicherung schließen wollen, zumindest im Krankenversicherungsbereich. Bei der Privaten Altersvorsorge gibt es eigentlich keine Entscheidungsfreiheit mehr.

 

 

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