Viele Billigtarife der Privaten Krankenversicherung bieten schwache Leistungen

Der Wechsel in die Private Krankenversicherung ist in Deutschland schon mal Grundlegend nicht einfach. Vom Gesetz her sind bis auf Selbstständige (selbst hier gibt es Ausnahmen) und Beamte, sind alle Bürger in der Gesetzlichen Krankenversicherung abgesichert. Das betrifft schon in erster Linie alle Arbeitnehmer. Möchten Arbeitnehmer aus der Gesetzliche Krankenversicherung in die Private Krankenversicherung wechseln, so müssen Sie für den Krankenversicherungswechsel einige Vorrausetzungen erfüllen. Arbeitnehmer müssen 3 Jahre und das laufende Jahr über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2010 bei 49.950€ im Jahr) verdienen. (Die Zeit soll auf 1 Jahr verkürzt werden, hier) Erst dann können sie sich von der Versicherungspflicht befreien lassen und dann Privat versichern. Sind die Hürden für eine Private Krankenversicherung aber genommen, steht schon das nächste Problem dar: Was für eine Private Krankenversicherung soll denn am besten abgeschlossen werden?

Viele Interessenten informieren sich auch im Internet über die Private Krankenversicherung und die aktuellen Angebote am Markt. Teilweise werben manche Anbieter mit besonders günstigen Tarifen, die sogar einen monatlichen Beitrag unter 100 Euro besitzen. Doch bei solchen Billigtarifen sollten Interessenten sich auch über die Nachteile bewusst sein. Denn viele Billigtarife der Privaten Krankenversicherung bieten nur schwache Leistungen und können langfristig richtig teuer werden.

 

Schwache Leistungen bei PKV Billigtarifen

Das die Versicherungsbeiträge für manche Tarife der Privaten Krankenversicherung so günstig sind, erklärt sich mit abgespeckten Leistungen. Denn eine Private Krankenversicherung muss in Ihrem Beitrag sowohl aktuelle Leistungen für Krankheiten kalkulieren, als auch noch Beitragsrückstellungen für das Alter. Das kann wohl keine Versicherung mit einem Beitrag von 100 Euro im Monat und dann noch gute Leistungen bieten. Schauen sich Interessenten die Bedingungen der Billigtarife an, werden Sie auch schnell fündig, weshalb diese so günstig angeboten wird.

Viele der Billigtarife bieten zwar auf den ersten Blick typische Leistungen wie zum Beispiel eine Chefarztbehandlung an, grenzen dies aber direkt wieder ein. So leisten manche Billigtarife nicht bis zum Höchststatz der Gebührenordnung für Ärzte. Dadurch entstehen den Versicherten erhebliche Selbstbeteiligungen. Auch die freie Arztwahl wird von manchen Billigtarifen eingeschränkt. Versicherte müssen erst zu Ihrem Hausarzt gehen und können erst anschließend einen Facharzt konsultieren. Eine starke Einschränkung, zumal die freie Artwahl ein starker Vorteil der Privaten Krankenversicherung ist. Hinzu kommt dann noch eine sehr genau Definition für was der Billigtarif leistet. Zwar gibt das Klarheit über den genauen Leistungsumfang, hat aber auch den riesigen Nachteil dass neue Behandlungsmethoden nicht mehr versichert sind. Ein riesiger Nachteil, den eigentlich kein Versicherter bei seiner Privaten Krankenversicherung eingehen sollte, da der medizinische Forschschritt immer weitergeht und eine gute Krankenversicherung für alle medizinischen Behandlungen aufkommen sollte.

 

Starke Beitragsanpassungen in den Billigtarifen

Doch nicht nur bei den Leistungen sind Versicherte eines PKV Billigtarifs sehr stark eingeschränkt, hinzu kommt auch noch eine mögliche Beitragssteigerung. Denn Private Krankenversicherungen dürfen zwar nicht Ihren Leistungsumfang einfach so ändern, dafür können Sie aber Ihren Versicherungsbeitrag anpassen und erhöhen. Sollte der Anbieter der Billigtarife merken, dass er seinen Tarif schlecht kalkuliert hat (mehr Ausgaben als Beitragseinnahmen z.B.), so erhöht er einfach den Beitrag. In der Vergangenheit haben manche Krankenversicherer mit besonders günstigen Tarifen Versicherte geworben. Nach einiger Zeit mussten Sie dann allerdings den Beitrag um teilweise 20 bis 30% erhöhen, weil dieser einfach zu gering kalkuliert wurde. Bei Billigtarifen müssen Versicherte sich als durchaus bewusst sein, dass die Beiträge sehr starke steigen können.

 

Gute Tarife der Privaten Krankenversicherung kostet Geld

Auch wenn das Angebot einer billigen oder halt besonders günstigen Privaten Krankenversicherung sehr verlockend klingt, sollten sich Versicherte über die möglichen Nachteile bewusst sein. Es hilft vorher das Bedingungswerk des Tarifs sehr genau zu prüfen und Schwachstellen, wie zum Teil oben genannt, zu finden. Gute Tarife sehen die freie Arztwahl, freie Klinikwahl, Leistung bis Höchstsatz der Gebührenordnung, Chefarztbehandlung, uneingeschränkte Leistung für Psychotherapie (hier gibt es starke Leistungsunterschiede, hier), einen offenen Heil- und Hilfsmittelkatalog sowie keine fest definierte Leistung für Behandlungen. Zudem sollten sich Interessenten bewusst sein, dass ein guter Tarif auch seinen Beitrag kostet. 300 Euro + jährliche Beitragsanpassungen von 5% für einen 30 Jahre alten Mann oder alte Frau sind nicht überteuert und durchaus normal! Das sollten sich Interessenten bei der Privaten Krankenversicherung bewusst sein. Ansonsten müssen Sie Leistungseinschränkungen oder Beitragsexplosionen akzeptieren.

 
 

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