Versicherungen wollen mehr Riester Renten Verträge ohne Zulagen und Vorteile anbieten

Die Riester Rente gehört für viele Arbeitnehmer in Deutschland, zu den attraktivsten Möglichkeiten der Privaten Altersvorsorge. Vorteilhaft sind insbesondere die staatliche Riester Zulagen, in Form der Grundzulage von 154 Euro und 185 bzw. 300 Euro für jedes Kind. Hinzu kann noch ein Steuervorteil kommen, da bis zu 2.100 Euro steuerlich mindernd angegeben werden können. Es gibt allerdings noch ein Vorteil bei der Riester Rente. Da es sich bei vielen Riester Verträgen um Rentenversicherungen oder Fondssparpläne handelt mit entsprechender Laufzeit handelt, unterliegen die Kapitalerträge der Riester Verträge nicht der Abgeltungssteuer. Außerdem müssen Versicherungen bei Ihren Riester Verträgen eine Beitragsgarantie gewähren. Das bedeutet, selbst bei einer risikoreichen Anlage der Beiträge in Fonds, erhalten Versicherte in der Leistungsphase mindestens die eingezahlten Beiträge zurück.
Mit diesen Vorteilen fokussieren sich nun mehrere Anbieter auf eine neue Zielgruppe. So sollen beispielsweise Selbstständige und Beamte ungeförderte Riester Verträge abschließen, um insbesondere die steuerlichen Vorteile (keine Abgeltungssteuer) und die Beitragsgarantie zu erhalten.

 

Ungeförderte Riester Verträge

Im Grunde handelt es sich bei diesen Angeboten um normale Riester Verträge, wie zum Beispiel eine fondsgebundene Rentenversicherung. Nur erhalten die Sparer bei den ungeförderten Verträgen eben keine Grundzulage, Kinderzulage und den möglichen Steuervorteil als Sonderausgabenabzug. Statt dessen erhalten Sparer die anderen Vorteil wie die Befreiung von der Abgeltungssteuer und die Beitragsgarantie – zumindest bewerben die Anbieter die ungeförderten Riester Verträge mit diesen Argumenten.

 

Nachteile der ungeförderten Riester Verträge

Auch wenn sich dies auf den ersten Blick sehr attraktiv anhört, so gibt es für die ungeförderten Riester Verträge auch spürbare Nachteile. Denn Sparer müssen die gleichen Auflagen erfüllen, wie Riester Sparer mit staatlicher Förderung. Dazu gehört die frühste Auszahlung des Kapitals mit 60 Jahren, mindesten 12 Jahre fortlaufende Beitragseinzahlung und zum Anfang der Leistungsphase dürfen maximal 30% des Kapital aus dem Vertrag entnommen werden. Damit erweist sich ein ungeförderter Riester Vertrag für viele Sparer eher als unflexibel. Möchten Sparer vor 60 Jahre Kapital entnehmen, müssen Sie wie bei allen anderen Sparmöglichkeiten die bisherigen Erträge versteuern.

 

Normale fondsgebundene Rentenversicherung attraktiver

Die klaren Verkaufsargumente für die ungeförderte Riester Rente sind eigentlich nichts neues. Im Gegenteil, den Vorteil das keine Abgeltungssteuer bezahlt werden muss, beinhaltet jede normale fondsgebundene Rentenversicherungen schon seit Jahren. Eine Beitragsgarantie können Sparer bei normalen fondsgebundenen Rentenversicherung optional mitversichern. Dafür muss kein extra ungeförderter Riester Vertrag abgeschlossen werden. Dabei bleiben Sparer mit einer normalen fondsgebundenen Rentenversicherung zum Teil deutlich flexibeler. Manche Tarife ermöglichen beispielsweise eine vollständige Kapitalentnahme zum Leistungsanfang. Bei den ungeförderten Riester Verträgen kann maximal 30% des Kapital entnommen werden. (Eine schöne Übersicht über die Details einer ungeförderten Riester Rente bietet die Financial Times Deutschland mit Ihrem Artikel hier)

Sparer die sich für eine ungeförderte Riester Rente interessieren, sollten sich das Produkt genaustens erklären lassen und mit den Leistungen einer guten fondsgebundenen Rentenversicherung vergleichen. In vielen Fällen lohnt die ungeförderte Riester Rente nicht.

 
 

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