Lebensversicherungen haben zunehmend mit dem Garantiezins zu kämpfen

Bis vor wenigen Jahren, war die kapitalbildende Lebensversicherung ein wichtiger Eckpfeiler für die Private Altersvorsorge vieler Bürger. Immerhin konnte zumindest die klassische Lebensversicherung mit einer sicheren Guthabenverzinsung locken. Noch im Jahr 1995 lag bereits der Garantiezins (Höchstrechnungszins) bei stolzen 4% p.a.. Hierzu kommt natürlich noch die Überschussbeteiligung des jeweiligen Versicherers, wodurch sich eine Gesamtverzinsung von Teils über 6% p.a. ergab. Doch eben diese Verzinsung mit welchem die Verkäufer eine klassische Lebensversicherung beworben haben, macht den Versicherungen im Zuge der Finanzkrise zu schaffen. Daher gibt es nun die ersten Stimmen aus der Branche, welche eine Änderung des Umgangs mit dem Garantiezins bei einer Lebensversicherung wünschen.

 

Junge Verträge müssen Zinsen der alten Policen miterwirtschaften

Altes Pärchen in der KücheAktuell stehen die Versicherer vor dem Problem die Zinsen der alten Policen zu bedienen. Denn den einmal zugesagten Garantiezins von teilweise 4% p.a., müssen die Versicherer auch zahlen. Noch ist dies durch den Kauf von langjährigen Anleihen gedeckt, doch diese laufen nach und nach aus. Im Zuge der Finanzkrise (insbesondere der Euro Krise) können die Anleihen von Deutschland aber keine solche hohe Verzinsung mehr bieten. Im Gegenteil, gerade einmal knapp 1,70% p.a. bieten Anleihen derzeit. Das führt dazu, dass die neuen Policen die Guthabenzinsen der aktuellen Policen miterwirtschaften müssen. Es kommt zu einer kleinen Art der Umverteilung. Dabei liegt die Verzinsung der neuen Lebensversicherungen schon auf einem geringeren Niveau. Gerade zum Jahreswechsel wurde der Garantiezins von 2,25% p.a. auf 1,75% p.a. gesenkt. Zusammen mit der Überschussbeteiligung gibt es gerade eben noch 4% p.a. an Gesamtverzinsung – und selbst diese Verzinsung bereitet den Versicherungen Kopfschmerzen. Aus diesem Grund fordern bereits die ersten Vertreter aus der Versicherungsbranche eine Änderung des Umgangs mit dem Höchstrechnungszins.

 

 

Garantiezins der Lebensversicherungen soll sich ändern

Um eine mögliche Lösung des Problems mit der Gesamtverzinsung wird groß diskutiert. Vielen Versicherungen erscheint es nicht mehr sinnvoll, dass Sie einen Garantiezins zusagen und diesen für die gesamte Vertragslaufzeit erfüllen müssen. Hier könnte es in Zukunft einen flexiblen Garantiezinssatz geben (welcher in einem bestimmten Zyklus überprüft und angepasst wird). Möglich wäre auch die Garantiezusage an die Inflation zu binden. Steigt diese, so steigen auch die Renditen an den Märkten, wodurch die Versicherer wieder mehr Geld erwirtschaften können. Eine wirkliche Lösung gibt es aber noch nicht.

 

 

Stärkere Ausrichtung auf eine fondsgebundene Lebensversicherung

In jedem Fall denken zumindest einige Versicherer darüber nach, Ihr Geschäft verstärkt auf fondsgebundene Lebensversicherungen auszurichten. Bei diesen müssen die Versicherer keine Garantiezinszusage machen (spielt nur bei der späteren Verrentung des Versicherungsguthabens eine Rolle). Die Rendite wird über die Fondsentwicklung erzielt. Je nach Tarif, geben die Versicherer hier jedoch eine Beitragsrückgewähr.

Natürlich lässt sich eine fondsgebundene Rentenversicherung deutlich schlechter verkaufen. Immerhin gibt es hierbei keine garantierte Verzinsung, weshalb nicht der Sicherheitsgedanke der Kunden angesprochen werden kann. Trennen sich die Versicherer jedoch von der Vorstellung, vermehrt Ihre eigenen Fonds mit Ihren Tarifen anzubieten, stellt die Fondsanlage die beste Alternative dar. Selbst risikoarme Fonds, wie zum Beispiel Rentenfonds, können eine durchschnittliche Guthabenverzinsung von über 5% p.a. bieten. Dazu müssen jedoch die richtigen Fonds gewählt werden, die meistens nicht die hauseigenen Fonds der Versicherer sind. Ein gutes Portfolio ist sogar in der Lage auf Dauer mehr Rendite zu erwirtschaften. Daher kann eine fondsgebundene Lösung eine wirklich attraktive Alternative zu der klassischen Lebensversicherung sein, bei der die Versicherer zunehmend den Garantiezins nicht mehr zahlen können.
 

 


 

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